Von Stunden, Pauschalen und Zauberern

Bild von Bruno auf Pixabay

Einen großen Denkfehler im Business habe ich lange gemacht. Ich habe „Zeit ist Geld“ gedacht und daher beschlossen, dass ich mit meinen Kunden möglichst fair abrechnen möchte: transparent, du bezahlst nur die Arbeit, die ich tatsächlich geleistet habe. Minutengenaue Abrechnung von Aufträgen.

Natürlich fällt einem das bei kleinen Aufträgen und kurzen Beratungen schnell auf die Füße. Viel schlimmer ist aber eigentlich der Kampf mit der Stoppuhr und dem eigenen Gewissen.

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Der Kampf mit der Stoppuhr

Arbeite ich so schnell wie möglich? Anstrengend, stressig – und am Ende bekomme ich weniger Geld für einen super stressigen Auftrag.

Arbeite ich gemütlich? Dann habe ich das Gefühl, den Kunden auszunehmen.

Türklingel? Zeit stoppen? Toilette? Trinken in der Küche holen?

Wenn du minutengenaue Abrechnung versprichst, wird es irgendwann lächerlich kleinteilig.

Meine Zeit ist mein Geld – nicht die des Kunden

Eigentlich ist aber meine Zeit mein Geld! Meinen Kunden ist meine Zeit im Grunde egal, die bezahlen ein Ergebnis.

Und ich muss kalkulieren, dass überall noch die eine oder andere E-Mail, der eine oder andere Gedankengang und auch Backoffice-Geschichten wie Rechnungen schreiben, Buchungen verwalten und Ähnliches dazukommen.

Gerade Kleinigkeiten, kurze Änderungen, die eigentlich nur ein oder zwei Minuten dauern, kosten oft deutlich mehr Zeit:

E-Mail lesen, Zugangsdaten entschlüsseln, einloggen, die passende Seite heraussuchen, Änderungen vornehmen, kurz prüfen, ob alles läuft – und dann noch die E-Mail beantworten und eine Rechnung schreiben.

Aus zwei Minuten Änderung werden so schnell 20 bis 30 Minuten Zeit, die von meinem Arbeitstag abgehen.

Du willst keine Stunden kaufen

Eigentlich willst du als Kunde einfach die Dienstleistung erledigt haben – zu einem Preis, der für dich angemessen erscheint.

Darum mache ich inzwischen, wo möglich, Festpreisangebote und Pauschalen.

Mir ist es im Grunde auch egal, ob beispielsweise ein Elektriker für die neue Steckdose eine Stunde oder sechs Stunden braucht. Ich kann es nicht, ich will es erledigt haben und der Preis muss passen.

Und wenn der Preis stimmt, der Mann kommt mit Umhang und Zylinder, schwingt einen Zauberstab und sagt „Abrakadabra“ – und ich habe nach fünf Sekunden eine saubere, funktionsfähige Steckdose: Soll ich ihn dafür dann schlechter bezahlen als jemanden, der mir drei Stunden lang lautstark und mit viel Dreck die Wände aufgestemmt hätte?

Steckdose mit Zauberstaub und Zylinder

So rechne ich künftig ab

  • Kleine Arbeiten und Beratungen ohne Angebot:
    Direkt für 30 Euro pauschal, ganz ohne Stoppuhr. Eine kurze Frage zwischendurch ist natürlich noch keine Beratung.
  • Wird es absehbar umfangreicher:
    Dann bekommst du ein Festpreisangebot und weißt, womit du rechnen kannst. Kein böses Erwachen, kein „hat länger gedauert“ oder „war doch aufwendiger“.
  • Stundenweise rechne ich nur noch ab, was sich nicht sinnvoll planen lässt:
    Fehlersuche, Notfalleinsätze und ähnliche Fälle. Das besprechen wir dann aber immer extra.

Service-Tickets lohnen sich bei regelmäßigem Kleinkram

Wenn du häufiger kleine Arbeiten hast, sind Service-Tickets in einem monatlichen Service-Paket übrigens deutlich günstiger.

Hier spare ich auf meiner Seite viel Backoffice-Aufwand. Und das lohnt sich für uns beide, wenn ich nicht für jede Kleinigkeit zusätzlich mit Rechnungen und Kommunikation beschäftigt bin.

WordPress Webdesigner Thomas Heger aus Auenwald

Thomas Heger
Webdesigner für KMU und Selbstständige

Seit über 20 Jahren gestalte ich Websites, die funktionieren – klar, durchdacht und mit dem Fokus auf das Wesentliche. Ich mag sauberes Design, pragmatische Lösungen und gute Gespräche auf Augenhöhe. Ich glaube an klare Strukturen, ehrliches Feedback und daran, dass man im Netz nicht schreien muss, um sichtbar zu sein. Louise (meine Hündin & Feel-Good-Managerin) sieht das übrigens genauso.