Willkommen zur Reihe U.F.O.
"Unnötig! Fragwürdig! Omnipräsent!"
In dieser Serie geht es um Dinge im Webdesign, die uns im Alltag oft begegnen – und genauso oft nerven.
Nicht alles davon ist grundsätzlich schlecht. Viele Methoden funktionieren, einige nutze ich selbst in einer zurückhaltenden, respektvollen Variante. Problematisch wird es, wenn Besucher unterbrochen, überfordert oder mit psychologischen Tricks in Entscheidungen gedrängt werden.
Ich möchte zeigen, was dahintersteckt, wie es technisch funktioniert und welche Folgen solche Muster für Nutzer, Vertrauen und Website-Erfolg haben können. Falls du eigene Beispiele oder besonders schlimme UX-Sünden entdeckt hast, lass es mich wissen!
Stell dir vor: Du stehst an der Bar, jemand spricht dich an, stellt sich aber nicht vor, bietet dir nichts an, führt kein Gespräch – sondern fragt direkt nach deiner Telefonnummer. Sympathisch? Wohl kaum. Und doch passiert genau das tagtäglich auf unzähligen Webseiten.
Nutzer landen über Google, einen Social-Media-Link oder durch Weiterempfehlung auf einer Seite – und kaum ist sie geladen, wird ihnen der Inhalt durch ein Popup versperrt, das sie um ihre E-Mail-Adresse bittet. Kein Hallo. Kein Kennenlernen. Kein Beweis dafür, dass es sich lohnt, in Kontakt zu bleiben. Einfach direkt: „Gib mir deine Daten.“
Warum das nervt
- Kein Vertrauen, keine Beziehung, aber sofort Kontaktdaten?
Wer so aufdringlich ist, wirkt verzweifelt. Websites, die direkt beim ersten Besuch Newsletter-Anmeldungen erzwingen wollen, schrecken viele Nutzer ab. Man kennt den Inhalt der Seite noch gar nicht – wie soll man da entscheiden, ob man dauerhaft informiert werden will? - Unterbrechung statt Einladung
Der Lesefluss wird brutal unterbrochen. Statt sich einen ersten Eindruck vom Inhalt zu verschaffen, muss man sich erstmal durch Layer klicken. Besonders absurd, wenn man dann feststellt, dass die Inhalte gar nicht relevant sind. Der erste Eindruck? Verkorkst. - Push-Benachrichtigungen noch obendrauf
Kaum ist das Popup weg, folgt die nächste Ablenkung: „Möchtest du Benachrichtigungen erhalten?“ Nein. Möchte ich nicht. Ich möchte einfach nur lesen, was ich gesucht habe.
Was Webseitenbetreiber sich davon versprechen
Newsletter sind wertvoll. Wer eine E-Mail-Adresse hat, kann regelmäßig Inhalte, Angebote oder Updates verschicken – direkt ins Postfach. Deshalb setzen viele Seiten alles daran, an diese Kontaktdaten zu kommen. Doch wer zu früh fragt, bekommt selten positive Reaktionen. Oder gar keine.
Es geht auch besser
Abonnenten bekommen ohne zu nerven?
Fazit
Wer online sofort nach der E-Mail fragt, ohne etwas zu bieten, wirkt wie der Typ an der Bar ohne Manieren. Beziehungen brauchen Zeit – auch digital. Lasst uns den Nutzern erst zeigen, was wir zu sagen haben, bevor wir um Kontaktdaten bitten.
Wie siehst du das? Bist du schon mal von einer Seite digital überfallen worden? Schreib mir deine Meinung – oder bleib dran für den nächsten Artikel dieser Serie.