Kann man Bilder die mit KI erzeugt wurden eigentlich bedenkenlos nutzen? Die Antwort darauf ist schwierig und hängt stark davon ab wie eine KI arbeitet. Mit DALL·E, der früheren Bildgenerierung von ChatGPT habe ich mit einigen Tests gestartet und einige interessante Dinge festgestellt.
Die grundlegenden Fragen rund um Stilkopien, Inspiration und Urheberrecht bleiben jedoch weiterhin relevant. Deshalb bleibt dieser Artikel bewusst unverändert online.
Die Sache mit dem Rotwein
Die Sache mit dem Rotwein Einen interessanten Ansatz habe ich vom Video von Alex Connor bekommen. Ein Kernpunkt ist: Bildgeneratoren können kein bis zum Rand gefüllten Glas Wein darstellen. Die KI lernt anhand von Bildern und kann nur darstellen was sie kennt. Ein Glas bis zum Rand mit Rotwein zu füllen, das ist ein Problem. Wobei ChatGPT das seit ein paar Versionen tatsächlich beherrscht, Gemini und andere Systeme scheitern daran noch immer. Mit diesem Gedanken im Kopf habe ich angefangen die Kreativität von DALL·E auf die Probe zu stellen.
Meine Testergebnisse
Das Resultat ist spannend: Während man den Stil von Franz Marc nicht einmal erahnen kann, ist die Sternennacht eine ziemlich deutliche Kopie – inklusive der nirgendwo erwähnten, aber charakteristischen Zypressen in der linken Bildhälfte.
Dutzende Versuche zeigten: An Franz Marc komme ich nicht ran, und von van Gogh nicht los. Selbst ohne Erwähnung des Künstlers – einfach mit der Aufforderung, ein expressionistisches Bild einer Sternennacht über einem Dorf zu erstellen – hatte ich immer wieder mehr oder weniger hübsche Plagiate als Resultat.
Jetzt könnte man sagen: Die Werke von van Gogh sind längst gemeinfrei, natürlich kann sich eine KI hier nach Lust und Laune bedienen.
Darum habe ich mich mal an etwas versucht, von dem klar war, dass es nicht gemeinfrei ist: Eine Beschreibung des berühmten Aliens aus H.R. Gigers Filmdesigns – ohne seinen Namen zu erwähnen – führte zu einer eindeutigen Darstellung eben dieses Wesens. Eine Google Lens-Suche ergab sogar eine klare Übereinstimmung mit einer existierenden Vorlage hinsichtlich Farbgebung und Körperhaltung. Aus Copyright-Gründen binde ich das Bild hier nicht ein.
FLUX.1 macht es besser!
Die KI FLUX.1 liefert andere Ergebnisse. Selbst bei Nennung des Künstlers ist ein klarer Unterschied im Stil zu erkennen. Zwar wurden auch hier die Zypressen eingesetzt, aber das Dorf unterscheidet sich erheblich, ebenso der Malstil.
Spannend ist, wenn man den Künstler weglässt und nur nach einer expressionistischen Sternennacht über einem Dorf verlangt. Hier entstehen komplett eigene Werke, zu denen ich auch mit Google Lens keine Entsprechung finden konnte.
Fazit
Die KI macht Fortschritte, und DALL·E ist inzwischen Schnee von gestern. Modernere Systeme erzeugen derart gravierende Kopien nicht mehr. Inwiefern jedoch einzelne Elemente kopiert sind oder ob es sich wirklich immer um eine Neuschöpfung handelt, ist schwierig einzuschätzen.
Hast du mit KI-Bildern ein Abmahnrisiko? Auf jeden Fall! Allerdings bist du auch mit Stockfotos nicht wirklich auf der sicheren Seite, denn auch in den Bilddatenbanken kann sich Material tummeln, das vom eigentlichen Urheber nicht freigegeben wurde.
Auf der sicheren Seite bist du mit selbstgemachten Fotos oder wenn du einen Fotografen beauftragst und mit ihm einen sauberen Vertrag abschließt.