Viele setzen auf Social Media, gerade die jüngere Generation meistens auf Instagram oder TikTok, aber auch schon früher ist mir das meistens in Bezug auf Facebook begegnet: Eine eigene Website wird als unnötig empfunden, man nutzt ja Social Media gerne und es funktioniert soweit.
Wenn Social Media als Kanal funktioniert, dann ist das super und wenn es einem noch dazu Spaß macht, dann umso besser.
Natürlich ist ein Social-Media-Kanal der selbst bespielt wird (und Social Media biete ich nicht an, mir macht das nämlich keinen Spaß) für mich ein entgangener Kunde. Da muss ich ganz ehrlich sein, aber wer mich etwas kennt weiß: Ich versuche nicht unnötige Dinge zu verkaufen, ich versuche sinnvoll zu beraten.
Ich sehe aber ein paar Gründe dafür, wieso „nur“ Social Media nicht die ideale Lösung ist und eigentlich musst du dich ja auch gar nicht zwischen Instagram und Website entscheiden. Es spricht nichts dagegen, deinen Fokus fast ausschließlich auf Social Media zu legen und trotzdem eine kleine Website zu haben.
Hier sind meine Gedanken und Hinweise dazu:
Der juristische Aspekt
Kurz gesagt: Auch ein geschäftlicher Social-Media-Kanal bei Instagram und Co. benötigt eine Datenschutzerklärung (nach DSGVO) und ein Impressum. Und in den meisten Fällen kannst du die nicht direkt im Social-Media-Profil hosten.
Die Rechtstexte musst du also irgendwo ablegen, entweder auf einem externen Dienst oder eben doch als HTML-Dokument auf Webspace. Je nach Dienst kommen hier dann wieder Datenschutzfragen dazu, die in die Datenschutzerklärung aufgenommen werden müssen. Bei einer Website kümmert sich der Webdesigner um passende Mustertexte. Das ist kein gigantisches Hindernis, aber ich sehe ständig geschäftliche Social-Media-Profile ohne eben die notwendigen Rechtstexte und die sind rechtlich angreifbar, eventuell sogar kostenpflichtig abmahnbar.
Wenn du also Social Media sauber machst, dann kannst du es eigentlich auch als Grundstein für eine kleine Website verstehen.
Aussperren von Interessenten
Die meisten Social-Media-Plattformen möchten Nutzer auf ihre Plattform zerren. Wer sich ohne Account etwas umsehen möchte wird schnell mit Login- und Registrierungsformularen bombardiert, teils sogar nach einer kurzen Vorschau vollständig ausgesperrt.
Das kann nerven und wer grundsätzlich eher einen Bogen um Social Media macht, der macht eventuell auch direkt einen Bogen um dich. Mit einer kleinen Website bist du für ihn aber direkt und ohne Hürden trotzdem erreichbar.
Abhängigkeit von der Plattform
Social Media ist ein Geschäftsmodell. Die Plattform bietet dir Reichweite dafür, dass du Inhalte lieferst. Deine Inhalte sollen Nutzer auf der Plattform halten um Werbung anzusehen, für die die Plattform bezahlt wird. Solange das alles rund läuft und der Algorithmus von dir mit regelmäßigen Beiträgen, Kommentaren usw. gut bedient wird hast du hier eine stabile Grundlage und die will ich nicht schlecht reden.
Aber du bist hier stark auf die Regelmäßigkeit angewiesen um weiterhin von der Reichweite zu profitieren. Einfach mal laufen lassen wirkt sich bei den meisten Plattformen negativ aus. Du hast sehr wenig Kontrolle darüber wann und wie deine Inhalte angezeigt und dargestellt werden. Die Plattform entscheidet welche Funktionen dazu kommen oder entfernt werden. Die Anpassung der Bildformate bei Instagram hat ja einige aufwendig gestaltete Raster-Layouts bei Instagram zerstört. Über deine Website hast du viel mehr Kontrolle, hast quasi das Hausrecht. Natürlich profitiert auch diese von mehr und neuen Inhalten, sie verliert aber nicht einfach an Relevanz wenn mal vier Wochen nichts gepostet wird.
Auch die Pflege von Inhalten ist oft schwieriger. Meist ist alles chronologisch. Wichtige Inhalte (Preisliste, Leistungsübersicht, Speisekarte) gut und einfach auffindbar zu platzieren ist weit schwieriger als auf einer Website. Hier ist auch ein guter Punkt wo sich Website und Social Media ergänzen: Social Media für schnelle, aktuelle Themen und die Website für wichtige Stamm-Infos wie Leistungen, Preise und Kontaktdaten.
Suchmaschinenoptimierung & Landingpages
Natürlich kannst du auch dein Social-Media-Profil und Beiträge so aufstellen, dass man sie bei Google findet. Gar keine Frage. Auf deiner eigenen Website hast du aber einfach mehr Spielraum, mehr Platz für Text und Gestaltung und kannst auch über die Google Search Console (GSC) sehen wonach deine (potentiellen) Besucher suchen und wie du gefunden wirst.
Und du kannst bei Bedarf auch relativ einfach etwas mehr machen. Etwa Landingpages bauen die auch beispielsweise Nachbarorte oder spezielle Themen die häufiger gesucht werden gezielt ansprechen. Die müssen auch nicht immer groß, aufwendig und teuer sein. Und stehen nicht in Konkurrenz zu einem Social-Media-Post.
Fazit
Auf Social Media als Hauptkanal zu setzen und dort primär aktiv zu sein ist absolut nicht verkehrt.
Ein günstiger OnePager ist aber eine vernünftige Ergänzung, die sich preislich überschaubar umsetzen lässt und dir zusätzliche Reichweite, eine zusätzliche Absicherung, mehr Möglichkeiten und den Platz für die notwendigen Rechtstexte liefert.
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