FritzBox, FritzApp und Geofencing gar nicht smart!

Die FritzBox ist in zahlreichen Haushalten und auch bei kleinen Unternehmen und Selbstständigen das Herzstück des WLANs, des Internetzugangs und zunehmend auch des Smarthome-Bereichs geworden. Ob es um Heizthermostate oder steuerbare Steckdosen geht, AVM bietet eine bewährte Qualität. Moderne FritzBoxen unterstützen sogar den Zigbee-Standard, während ältere Modelle durch ein separates Gateway aufgerüstet werden können. In Bezug auf die Geräte selbst habe ich im Grunde nichts auszusetzen – sie funktionieren einwandfrei und sind meist sehr durchdacht gestaltet.

Kein vollständiges Smarthome-Konzept!

Was jedoch fehlt, ist ein ausgereiftes Konzept für das Smarthome. Inzwischen wurde der FritzApp für Smartphones das Geofencing hinzugefügt. Damit ist es nun möglich, einen Radius für das „Zuhause“ festzulegen. Beim Betreten und Verlassen dieses Radius können dann automatisierte Szenarien ausgelöst werden, wie beispielsweise das Absenken der Heizungen und das Ausschalten der Steckdosen.

Auch wenn es beim Verlassen und Betreten des Hauses gerade bei den Heizungen bis zu 15 Minuten dauern kann bis diese aus- oder eingeschaltet werden, es ist bequemer als mehrere Heizkörper manuell auszuschalten und man vergisst es nicht.

Die Herausforderung: Mangelnde Berücksichtigung mehrerer Personen!

Das Problem liegt jedoch auf der Hand: Das Geofencing in der FritzApp berücksichtigt nicht mehrere Personen. Verlässt beispielsweise Person 1 mit ihrem Smartphone den virtuellen Zaun, wird die Heizung abgeschaltet – unabhängig davon, ob Personen 2 bis 4 zu Hause sind oder nicht. Diese Einschränkung wäre bei eigenständigen Systemen vielleicht noch akzeptabel, aber die FritzBox verfügt über eine umfassende Übersicht über die vorhandenen Geräte im LAN/WLAN.

Frau arbeitet am Laptop, im Hintergrund nutzt ein Mann sein Smartphone

Bessere Lösungen

Eine sinnvollere Alternative zur App, die zudem weniger Akku verbraucht, wäre eine direkte Steuerung über die FritzBox. Da die FritzBox erkennt, welche Geräte gerade im WLAN angemeldet sind, könnten hier klare Szenarien entwickelt werden:

„Sind die Smartphones der Personen 1 bis 4 nicht im WLAN, dann sollen die Heizungen und Steckdosen ausgeschaltet werden.“

Im Grunde genommen könnte die FritzBox sogar noch mehr leisten:

„Ohne aktivierte Smartphones sollen die Heizungen ausgeschaltet werden, es sei denn, PC 1 oder Laptop 2 sind aktiv.“

Auf diese Weise ließe sich verhindern, dass die Heizung ausgeschaltet wird, wenn man kurzzeitig das WLAN am Smartphone deaktiviert.

Die Integration von Geofencing in die FritzApp mag zweifellos ein Schritt in Richtung Smart Home sein, doch die derzeitige Umsetzung lässt einige Wünsche offen. Eine direkte Steuerung durch die FritzBox würde eine präzisere und umfassendere Kontrolle ermöglichen – und somit den Weg zu einem wirklich intelligenten Zuhause ebnen.

Home Assistant auf dem Raspberry Pi als echte Lösung!

Eine wirklich flexible und zuverlässige Alternative ist Home Assistant auf einem kleinen Raspberry Pi. Die Anschaffungskosten sind überschaubar, die laufenden Stromkosten äußerst gering, und im Gegenzug erhält man eine zentrale Steuerung für nahezu alle Smart-Home-Geräte – herstellerübergreifend. So geht bei mir beispielsweise automatisch die Überwachungskamera an, sobald alle Smartphones das Haus und damit das WLAN verlassen, und sie schaltet sich wieder aus, sobald eines der Geräte zurückkehrt.

Das klappt in der Praxis erstaunlich zuverlässig und meistens ist die Kamera schon deaktiviert, bevor man überhaupt die Wohnung betritt. Mit der zugehörigen Smartphone-App lässt sich die Geofencing-Funktion sogar noch erweitern, was zusätzliche Möglichkeiten eröffnet. Allerdings erfordert Home Assistant ein gewisses technisches Grundverständnis und etwas Einarbeitungszeit in die Konfiguration – man benötigt schon erweitertes technisches Verständnis für die Einrichtung.

Home Assistant bietet dazu eine große Anzahl an Integrationen die sich kombinieren lassen. Ob Fritz-Thermostat, Bluetooth-Thermometer oder Saugroboter… viele Geräte die seither nur autonom und eher unintelligent funktionierten werden auf einmal richtig smart und können „mit einander sprechen“.

Foto von Thomas Heger

Thomas Heger
Webdesigner für KMU und Selbstständige

Seit über 20 Jahren gestalte ich Websites, die funktionieren – klar, durchdacht und mit dem Fokus auf das Wesentliche. Ich mag sauberes Design, pragmatische Lösungen und gute Gespräche auf Augenhöhe. Ich glaube an klare Strukturen, ehrliches Feedback und daran, dass man im Netz nicht schreien muss, um sichtbar zu sein. Louise (meine Hündin & Feel-Good-Managerin) sieht das übrigens genauso.

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