Vor ein paar Jahren landete meine private E-Mail-Adresse durch ein Datenleck bei einem Anbieter im Netz – und seither quillt mein Postfach mit Spam über. Solche Leaks passieren immer wieder, darum lohnt es sich, grundsätzlich datensparsam zu sein, sich zu überlegen welche Daten man wirklich preisgeben muss.
Und es lohnt sich nicht überall dieselbe E-Mail-Adresse zu nutzen. Ich erkläre dir wie!
Meine Lösung: Catch-All mit Sieve-Filtern
Ein Catchall ist eine Mailbox, die alle E-Mails empfängt, die an nicht explizit eingerichtete Postfächer einer Domain gesendet werden. Es spielt also keine Rolle was vor dem @ steht, du benötigst dafür aber eine eigene Domain.
Damit nicht jeder Müll in dieser Mailbox landet verwende ich Sieve-Filter. Mit diesen definiere ich ein Schema, zum Beispiel meinkonto-*@example.com, alle E-Mails die nicht diesem Schema entsprechen lasse ich vom Server löschen oder als unzustellbar an den Absender zurückschicken.
Registriere ich mich jetzt beispielsweise bei einem Onlineshop, dann verwende ich dort die E-Mail-Adresse meinkonto-onlineshopxy@example.com. Die E-Mail-Adresse entspricht dem Schema und wird daher zugestellt.
Vorteile
Gibt es einen Leak bei einem Anbieter geistert eine einmalige E-Mail-Adresse durchs Netz die außer diesem Anbieter keiner nutzt. Den Sieve-Filter kannst du ruckzuck anpassen, dass er besagte E-Mail-Adresse blockiert, der Spam läuft ins Leere. Beim betroffenen Anbieter kannst du schlicht eine neue einmalige E-Mail-Adresse hinterlegen.
Du kannst auch mit verschiedenen Schemen arbeiten und mit weiteren Sieve-Filtern eine automatische Sortierung vornehmen, E-Mails bestimmter Absender automatisch als wichtig markieren oder unwichtige Status-Mails automatisch als gelesen markieren noch bevor sie in deinem Mail-Programm landen.
Nachteile
Großer Nachteil dieses System: Die E-Mail-Adressen sind nicht für das Versenden von E-Mails ausgelegt. Zwar kann man in vielen E-Mail-Programmen wie Thunderbird den Absender einstellen und ohne Probleme auch von den entsprechenden Adressen aus E-Mails versenden, es ist aber eher mühsam. Die Technik eignet sich also primär für reine Empfang-Kontakte und nicht für Kommunikation.
Ich übernehme die Einrichtung!
Nutze die Vorteile einer Catchall-E-Mail-Adresse und Sieve-Filter, um deine E-Mails besser zu verwalten und dich vor Spam zu schützen. Ich prüfe gerne für dich, ob dein Hoster diese Funktionen unterstützt, und richte alles optimal für dich ein.
Laber nicht - wie geht das?
Nicht jeder Hoster bietet Sieve an und das Vorgehen ist unterschiedlich. Manche Anbieter – etwa Hetzner – bieten im Webmail eine grafische Oberfläche die die Bedienung erleichtert. Eigentlich sind Sieve-Filter kleine Text-Dateien mit dem nötigen Code.
Hier ein Beispiel:
require ["fileinto", "reject"];
if address :matches "to" "meinkonto-*@example.com" {
keep;
} else {
reject "Recipient unknown";
}
- Die Regel prüft die Empfängeradresse (to) auf das Muster meinkonto-*.
- Falls die Bedingung zutrifft, wird die E-Mail behalten, falls nicht wird die E-Mail gelöscht und der Absender automatisch informiert, dass die E-Mail-Adresse nicht existiert.
- Mit reject und discard kannst du E-Mails an nicht existierende Mailboxen ablehnen. reject sendet eine Fehlermeldung an den Absender zurück, was nützlich sein kann, aber bei Spam problematisch ist, da du dadurch unbeabsichtigt mit Spammern interagieren könntest. discard hingegen verwirft die E-Mail einfach stillschweigend.
Wenn die E-Mail-Adresse dann doch Spam erhält
if address :is "to" "meinkonto-spammy@example.com" {
discard;
}