Call Screening: Wer klingt wie Spam, wird wie Spam behandelt

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Schluss mit unerwünschten Anrufen

Wer mir an der Haustür, per Telefon oder E-Mail etwas verkaufen will, beißt auf Granit. Lästige Werbepraktiken sorgen bei mir nur für Ablehnung und machen unsympathisch. Da kannst du mir auch in der Wüste beim Verdursten Wasser verkaufen wollen: Nein. Deshalb freue ich mich, dass Apple mit iOS 26 ein neues Feature einführt: Call Screening. Es schützt mich vor genau den Störungen, die mich seit Jahren nerven. Und zwar auf intelligente Weise.

So funktioniert Call Screening

Unbekannte Nummern landen zuerst in einer Art Vorzimmer. Siri, der Sprachassistent von Apple, nimmt den Anruf entgegen und erstellt eine Textvorschau. Der Angerufene entscheidet dann, ob er überhaupt rangehen möchte oder den Anruf wegdrückt. Das Gespräch mit dem Callcenter muss man gar nicht mehr abwimmeln. Man kann es einfach ablehnen.

Noch ist nicht genau bekannt, wie Apple das Feature technisch umsetzt. Die neue iOS-Version soll im Herbst 2025 erscheinen. Fest steht aber schon jetzt: Intelligente Anruffilter sind auf dem Vormarsch. Android-Nutzer mit Google Pixel kennen ähnliche Funktionen bereits.

Aktuell behelfe ich mir noch mit einer Tellows-Filterliste. Damit werden zumindest bekannte Nervensägen direkt blockiert. Es kommen aber trotzdem noch genug unerwünschte Anrufe durch.

Was sich für seriöse Anrufer ändert

Das neue System betrifft nicht nur unerwünschte Werbeanrufe. Auch als Unternehmer musst du etwas umdenken und darauf vorbereitet sein, mit einer Maschine zu sprechen.

Ein Beispiel:
Ein Interessent schreibt mir über das Kontaktformular. Ich rufe ihn später zurück, aber meine Nummer ist für ihn unbekannt. Wenn ich dann mit „Hallo, ich rufe wegen deiner Anfrage an“ starte, wirkt das verdächtig. Generisch. Austauschbar. Und wenn ich Pech habe, wird mein Anruf abgelehnt.

So klingt ein Anruf, der durchkommt

Besser ist, sich klar und vollständig zu melden und nach Möglichkeit den Kunden direkt beim Namen anzusprechen. Etwa so:

„Hallo Max, hier ist Thomas von Webdesign Heger. Du hattest wegen einer neuen Website für deine Kfz-Werkstatt angefragt.“

Wer sich so vorstellt, wird nicht als Spam wahrgenommen. Wer unklar oder nervös in die Leitung nuschelt, landet dagegen schnell im Filter.

Klare Kommunikation wird Pflicht

Viele Menschen tun sich am Telefon schwer damit, mit einer Maschine zu reden. Ich gehöre auch noch zu den Leuten, die ungern auf einen Anrufbeantworter sprechen.

Während Anrufbeantworter nur bei Unerreichbarkeit des Angerufenen rangehen und man in der Regel einfach noch einmal anrufen kann, landet man beim Call Screening immer bei der digitalen Vorzimmerdame. Wer mit dieser nicht sprechen will, wird viel schneller als unerwünschter Anrufer blockiert als wenn man keine Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlässt.

Man sollte also schon beim ersten Anruf eine kurze Vorstellung und eine Beschreibung des Anrufgrundes im Kopf haben. Wer herumdruckst und unklare Aussagen macht, verliert vielleicht direkt einen Kunden.

Fazit

Call Screening ist eine gute Nachricht für alle, die keine Lust auf Störungen haben. Aber es ist auch ein Signal an Unternehmerinnen und Unternehmer: Wer nicht wie Spam wirken will, darf nicht wie Spam klingen. Je klarer die Kommunikation, desto größer die Chance, dass man überhaupt durchgestellt wird.

Update 16.09.2025

Apple hat mit iOS 26 das neue Feature Call Screening eingeführt. Über die Einstellungen der Telefon-App lässt sich „Nach Grund des Anrufs fragen“ für unbekannte Rufnummern aktivieren.

Anrufe von Nummern, die nicht im Telefonbuch gespeichert sind, werden vom iPhone direkt angenommen, ohne dass das Smartphone klingelt. Der Anrufer wird von einer klaren Computerstimme nach Namen und Grund des Anrufs gefragt. Nach einer kurzen Verzögerung klingelt das Smartphone und zeigt die gemachten Angaben als Texttranskription an. Dabei ist die Erkennung nicht immer zu 100% exakt, vor allem bei Dialekten, aber der Grundtenor ist meist verständlich. Anschließend kann man entscheiden, ob man den Anruf annimmt oder ablehnt. Zusätzlich kann man per Texteingabe weitere Informationen vom Anrufer anfordern oder ihm mitteilen, dass man später zurückruft.

Interessant: Schimpfworte werden in der Transkription automatisch zensiert.

Foto von Thomas Heger

Thomas Heger
Webdesigner für KMU und Selbstständige

Seit über 20 Jahren gestalte ich Websites, die funktionieren – klar, durchdacht und mit dem Fokus auf das Wesentliche. Ich mag sauberes Design, pragmatische Lösungen und gute Gespräche auf Augenhöhe. Ich glaube an klare Strukturen, ehrliches Feedback und daran, dass man im Netz nicht schreien muss, um sichtbar zu sein. Louise (meine Hündin & Feel-Good-Managerin) sieht das übrigens genauso.

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